Werften

Die Torfschiffahrt war eine Begleiterscheinung der Hochmoorkolonisation. Das Fortschreiten der Abtorfung ermöglichte das Entstehen eines von der eigenen Torfgräberei der Schiffseigen _. ~. :f, •. ' •. • • ' ~ . . . tümer unabhängiges Torfschiffahrtsgewerbes. Die Schiffahrt trat als sicherer Erwerbszweig für die Bevölkerung Großefehns neben Torfgräberei und Landwirtschaft. Hinzu traten auch Betriebe für • ~ ~ . ~ . . äieVersorgung der Schiffahrt, nämlich kleine Werften. ~ ~ In der 2. Hälfte des 18. Jahrhundert tritt zur Fehnschiffahrt dieSeeschiffahrt hinzu. In den Jahren zwischen 1760 und 1790 nahm die Zahl der in Großefehn beheimateten Seeschiffe enorm zu. ~~~ ~ Diese Entwicklung hin zur Seeschiffahrt hat ihren Einfluß auch aufdas Schiffbaugewerbe gehabt. Bereits Wiarda weist im Jahre ~ ~ ~ ~ 1794° darauf hin, daß u. a. die Seeschiffahrt und Schiffsbauerei 1 Wohlstand der Bewohner dieses Fehns (Anmerkung des Ver fassers: gemeint ist Großefehn) zeugen". ~ ~ ~ ~~ ~ ~ ~~ ~ ~ ~ ~ ~~ ~ ,~, h~~t:i;iebe- wurden neben Fluß- und ·wattschiffen, Aufden Großefehner Schiffswerften- 1846 bestehen in ~2- gebaut. In der zeit von 1857- 1866 wurden Großefehn ~ ~ Galioten allein Großefehn GBelehn 47 Seeschiffe gebaut. Im Jahre 1877 steht seinen registrierten Seeschiffen an 2. Stelle nach Emden in .·,~'1'. •.. • ·;,, .::· .. ,,' . • :riesland und nimmt unter den deutschen Schiffsorten die telle ein. ' ,· ·-' •- Zahlen belegen aie enorme Bedeutung, die die Seeschiff ,, • . . . . . st für Großefehn im 19. Jahrhundert gehabt hat. Vorherrschend die Kapitänsreederei, d. h. der Eigner fährt gleichzeitig als Efsführer auf seinem Schiff. Ausnahmsweise gab es auch Parten ~ ~ ~~ ~ ~~ :.---- ~ .- • ~--~ ~ ~ ~ ~ ~~~ ~ ~ ~ ~ ~~~ Das Jahr 1875 kann man als den absoluten Höhepunkt für die Be deutung der Seeschiffahrt in Großefehn bezeichnen. Damals hatte IGroßefehnden höchsten Seeschiffbestand allerostfriesischen Fehne. Der allgemeine Wandel der Seeschiffahrt und des Binnen verkehrs seit dieser zeit hat zu einer ständigen Abnahme der Fehnschiffahrt und der Seeschiffahrt geführt. Im Jahre 1961 gab es in Großefehn noch 19 Binnenschiffe. Die Fehne sind jedoch hier ausschließlich Heimathafen. Die Verkehrs gebiete dieser Schiffe liegen außerhalb der Fehnsiedlungen. Innerhalb der Berufsstruktur der Fehnsiedlungen spielen jedoch traditionelle Schiffahrtsberufe auch heute noch eine große Rolle. Die Erforschung der 'Dstfriesischen Schiffbaugeschichle" dient . . das Forschungsprojekt der Ostfriesischen Landschaft. Wir hoffen, daß dabei auch für die Schiffbaugeschichte Großefehns wichtige Erkenntnisse gewonnen werden können. Die Ausstellung zeigt erste Ergebnisse des Forschungsprojektes. Es ist für mich eine Freude, daß diese Ausstellung in dieser mit Schiffahrt und Schiffsbau so eng verbundenen Gemeinde Großefehn stattfindet.