Vereinsleben

28. Mai 2026

Unsere Tjalk "Frauke" nimmt am Matjesfest in Emden teil.

Quelle: Nicole Böning, Ostfriesen-Zeitung 


Noch bevor die „Frauke" überhaupt Kurs auf Emden nehmen kann, steht erst einmal ein kurzer, aber zäher Abschnitt an: Vom Liegeplatz am Großefehnkanal geht es nach Wilhelmsfehn. Unterwegs heißt es für die Crew (hier von links auf dem Bild zu sehen: Kapitän Ralf Gerjets und Harald Kleen) durch die Hindernisse immer wieder warten, festmachen, bugsieren und weiterfahren. Denn immer wieder müssen Brücken geöffnet oder Schleusen bedient werden - und zwar manuell.

Bei den meisten Brücken ist Muskelkraft gefragt, wenn die Fahrbahn über den Kanal hochgeklappt werden muss: Sicherungen lösen und dann lautet das Motto: Kurbeln. Das Versöhnliche an dieser Stopp-and-go-Fahrt: Sie passt zum historisch gewachsenen Fern-Charakter. Die „Frauke" ist selbst ein Stück schwimmende Geschichte - eine Tjalk, 1910 in den Niederlanden gebaut, seit 1995 im Besitz der Gemeinde Großefehn.

Auch die Klappbrücken entlang der Kanäle prägen das Fehntjer Landschaftsbild mindestens ebenso lange. Die einzige Träne im Knopfloch: Die meisten bleiben inzwischen dauerhaft geschlossen. Nur wenige werden noch für Fahrten wie diese instandgehalten.

Für den Binnenschifferverein Ems-Jade e.V. ist diese Fahrt nicht nur die erste des Jahres, sondern auch ein gutes Zeichen nach der Rettung des Vereins im vergangenen Jahr samt neuer Satzung zum Jahreswechsel. In den vergangenen Monaten hat sich einiges bewegt - nicht nur auf dem Wasser. Der Traditionsverein, der auf das Jahr 1852 zurückgeht, stand 2024 vor dem Aus: Mitglieder und Vorstand waren überaltert, Treffen und Schifferfeste fanden kaum noch statt.

Schifferfest am 22. August

2024 kam in der Interessengemeinschaft (IG) „Frauke" die Idee auf, den Traditionsverein zu retten. Mehrere Mitglieder aus der IG stiegen als neue Mitglieder ein - und der Binnenschifferverein wurde bei einer Versammlung am 3. Juni 2025 in Wilhelmsfehn neu aufgestellt.

Inzwischen ist er nach Angaben von Kassenwart Johann Ahrends wieder auf 63 Mitglieder angewachsen. „Anscheinend sind Binnenschiffe wieder im Trend", sagt er.


Am 22. August soll in Großefehn wieder ein Schifferfest gefeiert werden. Wer das Öffnen der Brücken und das Schleusen in historischem Kontext einmal live erleben will, sollte an dem Tag ab 10.30 Uhr am Großefehn Kanal stehen: Dann werden befreundete Vereine mit ihren Booten erwartet.

25. April 2026

Schiffstaufe in Großefehn

Quelle: Gemeinde Großefehn

So viele Menschen dürften sich lange nicht im Bereich der historischen Schmiede Striek in Großefehn aufgehalten haben. Etwa 300 Leute waren gekommen, um bei der Schiffstaufe der neu angeschafften Tjalk dabei zu sein. So ein Ereignis kommt schließlich nicht alle Tage in der Mühlengemeinde vor. Taufpatin war Janne Schoone, Tochter von Frank Schoone, 1.Vorsitzender des Binnenschiffervereins Ems-Jade. Sie sagte auch den Taufspruch bei der feierlichen Zeremonie auf. „Johanna“ heißt das neue Schiff. Es löst das marode Pfannkuchenschiff „Antje“ als Hingucker auf dem Fehn ab.


„Johanna“ hat den Vorteil, dass es gegenüber „Antje“ aus Kunststoff (GFK) ist. Ende 2024 wurde die Tjalk für 13.500 Euro, plus Überführung, in Holland im Jachthafen Westerdijk gekauft. Dank der Spenden von Johann und Carsten de Wall, Focke Wattjes, Henning Sassen und einem anonymen Geldgeber konnte die Anschaffung zu 100 Prozent finanziert werden. Im Jahr 2025 wurde die Tjalk auf dem Bauhof flott gemacht. Neben einigen Unterhaltungsarbeiten war auch der Maler fleißig. Jetzt strahlt die „Johanna“ in den Fehntjer Schiffsfarben Grün, Weiß, Schwarz und Rot. Zusätzlich war das 9,30 Meter lange Schiff auch mit einem Bogen und Krepp-Rosen in den Großefehntjer Farben Gelb und Rot feierlich geschmückt. Zahlreiche Namensvorschläge waren bei der Gemeinde eingegangen. Die Spendengeber durften einen Namen auswählen. Schließlich fiel die Entscheidung auf „Johanna“.


„Johanna“ hat ihren Liegeplatz in der Schleuse bei der Schmiede Striek gefunden und damit in Sichtweite des Großefehntjer Bürgerhauses. Zuvor waren auf Wunsch des Ortsrates Ostgroßefehn auch andere Liegeplätze getestet worden. Bei der Mühle in Ostgroßefehn, wo sonst die „Antje“ lag, wäre es nicht so zur Geltung gekommen, wie es hätte sein sollen, denn die neue Tjalk ist kleiner als das alte Pfannkuchenschiff. Zur feierlichen Taufe war die Schmiede Striek geöffnet. Es wurde Tee, Kaffee und Krinstuut seitens des Vereins Historische Schmiede serviert. Außerdem wurden vor dem historischem Gebäude Bratwürste und Kaltgetränke vom Binnenschifferverein angeboten. Für die musikalische Unterhaltung sorgten der Chor der königlichen Navigationsschule Timmel und Handörgeler Thorsten Klöver.

09.April 2026

Schippertee in Wilhelmsfehn

Am 19. April 2019 fand im Dorfgemeindehaus in Wilhelmsfehn der Schippertee des Binnenschiffervereins statt. Der Vorsitzende, Herr Frank Schoone, hieß die Anwesenden herzlich willkommen und leitete die Zusammenkunft mit musikalischen Darbietungen des Wilhelmsfehner Akkordeonorchesters sowie Teegenuss und Kuchen ein. Während dieser Veranstaltung präsentierte er das neu gestaltete Logo des Vereins und informierte über die bevorstehenden Aktivitäten.